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Vorbildfunktion des Ausbilders

Vorab: Seien Sie sich als Ausbilder immer der Tatsache bewusst, dass Sie beständig beobachtet werden und Sie eine Vorbildfunktion einnehmen – ob Sie es wollen oder nicht.

Wer beobachtet Sie? Alle Menschen in Ihrem privaten und beruflichen Umfeld. Am Arbeitsplatz sind es die Vorgesetzten und die anderen im Team oder der Abteilung und die Auszubildenden, mit denen Sie es fast täglich zu tun haben.

Für die Auszubildenden waren Sie eventuell die erste Person, mit der sie in Kontakt getreten sind. Denken Sie an die Gespräche im Rahmen der Bewerberauswahl und Einstellungsgespräche. Mit Ihnen haben die Auszubildenden auch oft den meisten direkten Kontakt im Betrieb. Als Ausbilder nehmen Sie auch Beurteilungen vor und sind dadurch in der Situation, den Auszubildenden Unangenehmes (Kritik) oder Angenehmes (Lob) mitzuteilen.

Zwangsläufig sind Sie zu einer neuen Bezugsperson im Leben der Auszubildenden geworden und die jungen Menschen sprechen mehr mit Ihnen als mit ihren Eltern oder Erziehungsberechtigten.        

Gerade in der Phase der inneren und äußeren Neuorientierung von Jugendlichen (Pubertät) orientieren sich diese an neuen Leitfiguren oder Idolen. Sie sind nicht unbedingt das Idol Ihrer Auszubildenden, aber Sie werden als Leitfigur und zumindest berufliches Vorbild wahrgenommen.

Als Vorbild haben Sie einen enormen Einfluss. Die Auszubildenden sehen in Ihnen eine Person:

  • die im beruflichen Umfeld erfolgreich ist;
  • die vermeintlich zu allen Problemstellungen eine Lösung hat;
  • die ein riesiges Reservoir an Wissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten hat.

Das prädestiniert Sie zu einem perfekten Menschen. Das, was sie vormachen, ist richtig und wird nachgemacht, denn das Lernen durch Nachahmen war, ist und bleibt eine beliebte Lernmethode. 

Auch das, was Sie vorleben, wird beobachtet, registriert und nachgelebt. Das heißt, wenn Sie unpünktlich sind, werden das die Auszubildenden wahrscheinlich schnell übernehmen.

Sie als Ausbildender beziehungsweise Ausbilder tragen eine beträchtliche Verantwortung, wenn es um Werte und Normen und vor allem deren praktische Anwendung geht. Es gibt neben den allgemein akzeptierten gesellschaftlichen Werten und Normen auch die betrieblichen.

Die meisten Betriebe haben heute eine Unternehmensphilosophie oder Firmenleitsätze, die auf der Homepage und / oder im Eingangsbereich zu finden sind. Natürlich sollen diese Grundsätze, zum Beispiel durch einen Vortrag oder einer Präsentation, vorgestellt werden. Am besten werden diese von den Auszubildenden verinnerlicht, akzeptiert und angewendet, wenn sie sehen, dass Sie diese Leitgedanken selber ernst nehmen und danach leben.

Um die Verpflichtung, die Ihnen nach dem § 14 Abs. 1 Nr. 5 BBiG zu fällt, erfüllen zu können, ist es erforderlich, die Hintergründe der individuellen persönlichen Entwicklung zu kennen und sich mit den Herausforderungen, die sich dadurch ergeben, auseinanderzusetzen.

 

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