Bildung schützt vor Arbeitslosigkeit

Personen ohne Berufsausbildung sind deutlich öfter arbeitslos als Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung oder mit Hochschulabschluss: und zwar im Schnitt fünf Mal so häufig. Das geht aus aktuellen Daten hervor, die das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) veröffentlicht hat.

Personen ohne Berufsausbildung sind deutlich öfter arbeitslos als Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung oder mit Hochschulabschluss: und zwar im Schnitt fünf Mal so häufig. Das geht aus aktuellen Daten hervor, die das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) veröffentlicht hat. Mehr zu diesem Thema in unserem aktuellen Blogbeitrag.Während die Arbeitslosenquote bei den Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung den IAB-Berechnungen zufolge bei 3,4 Prozent lag, war sie bei den Personen ohne Berufsausbildung mit 17,4 Prozent mehr als fünfmal so hoch. Bei den Akademikern betrug die Arbeitslosigkeit zwei Prozent. Noch niedriger war die Quote bei Meistern und Technikern. Deren - etwas anders berechnete - Erwerbslosenquote betrug 1,2 Prozent. Im Gesamtdurchschnitt lag die Arbeitslosenquote laut den IAB-Berechnungen bei 5,3 Prozent. Die IAB-Zahlen weichen insgesamt geringfügig von den amtlichen Zahlen ab, da den Berechnungen des IAB eine andere Datenbasis zugrunde liegt. Enzo Weber, der Leiter des IAB-Forschungsbereichs Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen, sagt, dass unverändert gelte: „Bildung bleibt der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit. In Zukunft wird das umso mehr der Fall sein, da die Anforderungen in der Arbeitswelt weiter steigen, nicht zuletzt durch die Digitalisierung“.

 

Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und Qualifikationsniveau

Wer war vor Corona arbeitslos? Die Arbeitslosenquote in Deutschland täuscht darüber hinweg, wie unterschiedlich diese – abhängig von der Qualifikation – ausfällt. Die Bundesagentur für Arbeit bezeichnet dies als Anforderungsniveau und nutzt hierfür die offiziellen Kategorien Helfer, Fachkraft, Spezialist und Experte. Als Helfer gelten Menschen ohne formalen Bildungsabschluss oder nur mit einer einjährigen Berufsausbildung, während Fachkräfte über eine mindestens zwei- bis dreijährige Ausbildung verfügen. Spezialisten haben sich fortgebildet, mit Bachelorabschluss, Meister- oder Technikerabschluss, und übernehmen Planungs- und Führungsaufgaben. Unter Experten versteht die Bundesagentur für Arbeit Menschen mit einer mindestens vierjährigen Hochschulausbildung, die hoch komplexe Tätigkeiten übernehmen.

Zusammenfassung

Es ist nicht überraschend, dass Bildung vor Arbeitslosigkeit schützt. Ein Blick auf die Arbeitslosenquoten nach Qualifikationsniveau zeigt dann aber deutlich, wie hoch die Arbeitslosenquote von Helfern ist: Fast 14 Prozent der Helfer sind arbeitslos. Es wird auch deutlich, dass es zwischen Fachkräften, Spezialisten und Experten kaum noch einen Unterschied bei der Arbeitslosenquote gibt. Insgesamt wird somit klar: Die Arbeitslosenquote wird in erster Linie durch die Arbeitslosigkeit von Helfern getrieben. Besser qualifizierte Erwerbspersonen waren hingegen unterdurchschnittlich häufig arbeitslos.

Autor des Magazinbeitrages

Dr. Sabine Theadora Ruh - Dozentin und Tutorin des DeLSt

Dr. Sabine Theadora Ruh

  • Wirtschaftsjournalistin 
  • Dozentin und Tutorin des DeLSt

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