Frühjahr und Weidehaltung – jetzt geht es bald los

Für viele Pferde die im Winter keine Weide sehen ist nun bald wieder Weidesaison. Sobald das Gras wieder wächst, die Koppeln bestenfalls gedüngt und die Umzäunung kontrolliert ist geht es endlich wieder raus.

Frühjahr und Weidehaltung – jetzt geht es bald los. Auf was Sie bei der Anweidung unbedingt achten solltet, erfahren Sie in diesem Magazinbeitrag!

Pferde reagieren sehr empfindlich auf Futterumstellungen und sollten deshalb durch die langsame Umstellung an das frische Gras gewöhnt werden.
Achtet man nicht darauf, können die Folgen der übermäßigen und zu schnellen Grasaufnahme schlimmstenfalls (Gas-) koliken sein, manchmal kommt man mit Kotwasser davon. Bei übergewichtigen Pferden besteht darüber hinaus auch die Gefahr der Hufrehe.

Warum ist Anweiden heutzutage so wichtig? Früher wurden die Pferde häufig zu Beginn des Frühjahres gleich mit dem Einsetzen des Graswachstums auf die Weide gelassen. Die Pferde begannen langsam das frische Grün zu fressen und der Verdauungsapparat gewöhnte sich mit dem Wachstum des Grases an das neue Futter.
Das hat sich geändert, denn mittlerweile werden die zu Verfügung stehenden Flächen oft intensiver genutzt. So lässt man das Gras erstmal über einen gewissen Zeitraum wachsen bis es eine gewisse Höhe erreicht hat. Das hat dann zur Folge dass es beim Weideauftrieb sehr viel Energie hat und man mit entsprechenden Nebenwirkungen rechnen muss wenn die Pferde zu lange draussen bleiben.

Daher sollte das Anweiden, beginnt man damit erst nach dem ersten Aufwuchs, in einer Zeit von bis zu 4 Wochen gesteigert werden, anfänglich mit nur 15 Minuten und dem Ziel nach vier Wochen ganztägig draussen bleiben zu können. Sinnvoll ist es auch vor dem Weidegang Heu zu füttern, damit die Pferde nicht hungrig rausgehen und noch schneller fressen. Und auch nach dem Weidegang Heu anzubieten um gegebenenfalls zu sehen ob das Gras den Hunger schon gestillt hat.

Wenn Sie während der Anweidephase eine mehrtägige Pause einlegen müssen, sollten Sie anschließend wieder ganz vorsichtig mit dem Weidegang beginnen, fast wie zu beginn, da das Verdauungssystem der Pferde sich nur dann auf das frische Gras umstellen kann ohne Schaden zu nehmen.

Zusammenfassung

Das Anweiden im Frühjahr ist ein der Herausforderungen in der Pferdehaltung, hier ist es ganz wichtig umsichtig und langsam vorzugehen um Erkrankungen zu vermeiden.

Ein Anweiden nach Plan über mindestens 4 Wochen bis zum ganztägigen Koppelgang hat sich hier bewährt.

Autor des Magazinbeitrages

Isabel Tenbrink - Dozentin und Tutorin des DeLSt

Isabel Tenbrink

  • Trainer C Reiten Leistungssport
  • Trainer B Reiten Basissport
  • Ausbilder im Reitsport für Menschen mit Behinderungen
  • Dozentin und Tutorin des DeLSt

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