Grenzenlos Ausreiten – innerhalb der EU

Mit dem eigenen Pferd innerhalb der EU einfach mal ins Nachbarland reiten oder auf einem Turnier starten? Das ist leider gar nicht so einfach. Während im Inland z.B. für die Teilnahme und den Transport ein Equidenpass ausreicht, und zur Turnierteilnahme dort entsprechend dokumentierte gültige Impfungen, muss schon innerhalb der EU ein gültiges Gesundheitszeugnis ausgestellt werden. Noch komplizierte wird es darüber hinaus.

Mit dem eigenen Pferd innerhalb der EU einfach mal ins Nachbarland reiten oder auf einem Turnier starten? Das ist leider gar nicht so einfach. In diesem Blogbeitrag erfahren Sie warum.

Für Haustiere wie z.B. Katzen oder Hunde reicht ein Impfpass aus, für Pferde nicht. Es gibt zwar eine sogenannte Richtlinie zur Festlegung der tierseuchenrechtlichen Vorschriften für das Verbringen von Equiden und für ihre Einfuhr aus Drittländern der EU. Es gibt sogar eine Ausnahmeregelung für Sport- oder Freizeitveranstaltungen und anderen Gründen wie Weidehaltung, tierärztliche Gründe oder einem Arbeitseinsatz, der allerdings auf die Dauer von 90 Tagen beschränkt ist. Allerdings gilt jede Richtlinie nur wenn das Land sie ratifiziert hat, im Falle von Deutschland steht das noch aus.

Das heißt im Klartext, dass für jeden Grenzüberschreitenden Ausflug ist neben dem Equidenpass auch ein Gesundheitszeugnis erforderlich, das vom Amtstierarzt zu erstellen ist und nur 10 Tage Gültigkeit hat. Ganz kostenlos ist diese Prozedur natürlich nicht, aber bei einer möglichen Strafe beim Reisen ohne Papiere unerlässlich. Bei einem Turnierstart gelten darüber hinaus noch die Impfbestimmungen der FEI, die sich allerdings nicht von deutschen Turnieren unterscheiden.

Auch wenn es von der EU initiierte Reitregionen wie z.B. das Projekt EUREGIO gibt, welches EU-Staaten über die Grenzgebiete miteinander vernetzen soll. So wurde 1999 das grenzüberschreitendes Reitwegenetz „Grenzenlos reiten in der Euregio Rhein-Waal“ mit insgesamt 1.300 km am Niederrhein geschaffen: www.grenzenlos-reiten.eu.

Leider bremst auch hier die gültige Praxis mit den Bescheinigungen das unbeschwerte Reisen aus.

Zusammenfassung

Viele Regelungen der EU scheinen das Zusammenleben und den Austausch eher noch zu erschweren, da es scheinbar endlose Bestimmungen und Verordnungen gibt. Projekte zur Zusammenarbeit werden durch Regelungen zur Einreise und Seuchenvorbeugung scheinbar behindert. Ganz aktuell in Zeiten der Corona-Epidemie sollte man aber ganz dankbar sein wenn man nicht gedankenlos hin- und herreisen kann. Gerade dass das Reisen heute so einfach ist birgt noch mehr Gefahren, denen man sich so erst wieder bewußt wird.

Autor des Magazinbeitrages

Isabel Tenbrink - Dozentin und Tutorin des DeLSt

Isabel Tenbrink

  • Trainer C Reiten Leistungssport
  • Trainer B Reiten Basissport
  • Ausbilder im Reitsport für Menschen mit Behinderungen
  • Dozentin und Tutorin des DeLSt

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